Das Bobath- Konzept nach Bertha und Carl Bobath

Bobath

Das Bobath- Konzept ist eine ganzheitliche Strategie zur Befunderhebung und Behandlung von Menschen, deren Haltetonus, Bewegung und Funktion gestört sind (meist aufgrund einer Störung im ZNS). Ziel ist es, frühzeitig abnormalen Haltungsmustern und Bewegungen entgegenzuwirken, um

a) einen möglichst normalen Muskeltonus zu erreichen
b) eine Anbahnung physiologischer Bewegungen zu erlangen.

Behandelt werden Kinder mit:

  • zerebralen Bewegungsstörungen (z. B. Spastik, Athetose, Ataxie, Hypotonie, bedingt durch geburtliche Ursachen, vor, während und nach der Geburt)
  • Erkrankungen des ZNS, die zu Veränderungen des Muskeltonus führen

Voraussetzung für eine effektive Therapie ist eine bestehende neuronale Verbindung zwischen dem ZNS und der Peripherie.
Die Behandlung zielt auf die Anbahnung basaler Bewegungselemente ab, die in Orientierung an der physiologischen kindlichen Entwicklung erfolgt. Es werden einzelne Bewegungselemente eingeübt, welche grundlegende Voraussetzung für das Erlangen der motorischen Meilensteine darstellen. Dazu gehören das Erarbeiten von:

  • Stell- und Gleichgewichtsreaktionen
  • Stimulation der Kopf- und Rumpfkontrolle
  • Gewichtsverlagerung
  • Rumpfrotation etc.

Bei Kindern mit schwersten Bewegungsstörungen, die keine physiologische Entwicklung nehmen werden, sollte die Therapie so früh wie möglich versuchen, die wichtigsten Bewegungsmuster, die das Kind für seine alltäglichen Bewegungen braucht, vorzubereiten.
Außerdem sollte erreicht werden, die aus den pathologischen Bewegungsmustern resultierenden Deformitäten günstig zu beeinflussen und zu erzeugen, wie sie in der normalen motorischen Entwicklung eines Kindes beobachtet werden können (z. B. Drehen vom Rücken auf den Bauch). Pathologische Haltungs- und Bewegungsmuster können so korrigiert werden.

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